Das SOS-Kinderdorf in Brandenburg an der Havel besteht aus einer Vielzahl von Gebäuden, darunter acht Familienhäuser, ein Gemeindehaus, eine Kita sowie zwei Häuser für die vorübergehende, betreute Unterbringung von Familien. Die Familienhäuser sind in einer sanften Bogenform entlang eines zentralen Weges angeordnet, wodurch eine offene Freifläche zwischen den Wohnbereichen und den anderen Gebäuden entsteht. Ergänzend dazu verbinden eingeschossige Erweiterungsbauten jeweils zwei bestehende Häuser und verleihen dem gesamten Areal eine schützende, einheitliche Struktur.
Die Fassaden der Erweiterungen sind in einer aufeinander abgestimmten Farbgebung gehalten, wobei der Wechsel von Glatt- und Rauhputz das Logo der SOS-Kinderdörfer spielerisch aufgreift. In den neuen Erweiterungsbereichen befinden sich zwei Kinderzimmer, ein Betreuendenzimmer mit einem eigenen Duschbad sowie ein verzweigter Spielflur.
Ein zentrales Möbelstück mit integrierten Sitz- und Spielnischen verwandelt diesen Flur in einen spannenden Raum, der die Kinder zum Entdecken und Verweilen einlädt. SOS-Kinderdorf wurde nach einer detaillierten Bestandsanalyse und einem umfassenden Partizipationsprozess durch flache Holzbau-Erweiterungen zu einer funktionalen Einheit zusammengefügt. Die Beteiligungsprozesse mit der SOS-Kinderdorf-gemeinschaft und der Bauherrschaften verdeutlichten die Bedeutung von klar differenzierten Bereichen, die sowohl Rückzug als auch gemeinschaftliche Nutzung ermöglichen.
Die Bewohner und Bewohnerinnen äußerten den Wunsch nach zusätzlichen Spielflächen für die Kinder, sowie nach privaten Rückzugsmöglichkeiten. Ihre Vorstellungen reichen von einem „Raum für Sonnenuntergänge“ bis hin zu einem „kreativen Spielbereich“ und geben wertvolle Hinweise zu den gewünschten räumlichen Qualitäten.